Magenmorsellen auf dem Petersplatz seit 1899!

1899 brachte der deutsche Apotheker A. Thon eine alte Basler Spezialität zurück in die Stadt am Rhein: die Magenmorsellen. 1931 kaufte ihm dann mein Grossvater Emil Stern das Rezept und die aussergewöhnliche Art der Herstellung ab und mit Ausnahme einiger Kriegsjahre (Zucker war rationiert), bot die Basler Herbstmesse über hundert Jahre die einzige Gelegenheit, die feinen Zuckerplättchen zu erwerben.

Etwa 1967 übernahm Tante Anita, in den Neunzigern half ihr mein Cousin Peter Stern bei der Herstellung der in diversen Frucht- und Gewürzvarianten erhältlichen Zuckerplättli.

Aufgewachsen mit den Magenmorsellen freue ich mich schon seit Kindesbeinen zur „Mässziit“ auf die verführerisch süssen, teilweise auch scharfen Magenmorsellen!

Als mein Cousin mir Ende 2011 mitteilte, dass er nicht länger Magenmorsellen herstellen werde, war der Entschluss schnell gefasst: ich kaufte ihm Rezept und Utensilien ab und seit Mitte 2012 führe ich nun mit Stolz diese Familientradition zusammen mit meiner Partnerin Nicole weiter.

An der Art der Herstellung hat sich seit über 100 Jahren nichts verändert: Zucker und Wasser aufkochen und zum genau richtigen Zeitpunkt vom Herd nehmen. Erstaunlicherweise ist der richtige Moment nur mit viel Erfahrung zu erwischen und auch moderne Hilfsmittel können das notwendige Gefühl dabei nicht ersetzen.

Essenzen oder Gewürze beifügen, von Hand rühren und erneut den richtigen Zeitpunkt treffen, um die Masse zu giessen. Abkühlen lassen, anritzen, Kanten abschaben, Zucker abwischen, Guss drehen, trocknen und ruhen lassen. Abschliessend die Tafeln in die einzelnen Magenmorsellen brechen und verpacken.

Viel Arbeit, aber es lohnt sich: Magenmorsellen zerfliessen auf der Zunge und sind wirklich einzigartig.

Wie immer finden Sie uns an der Basler Herbstmesse, dieses Jahr seit über 50 Jahren zum ersten Mal auch wieder am Basler Weihnachtsmarkt!

Herzlich, Ihr Hanspeter Stern